Viel Planung, wenig Plan, wenig Mut
Die Sitzung des Umwelt-, Bau- und Mobilitätsausschusses (UBMA) am 4. März war lang, der Saal voll – doch bei den zentralen Themen blieb am Ende vor allem eines: Stillstand. Gleich zwei größere Vorhaben mussten vertagt werden, weil Planung und Kommunikation der Verwaltung offenbar noch nicht ausgereift waren.
Besonders deutlich wurde das beim Ausbau der Wiedenbrücker Straße. Die Verwaltung präsentierte eine Variante mit Radfahrstreifen auf der Fahrbahn und einer geforderten Fahrbahnbreite von acht Metern. Die Begründung – man müsse bei Baustellen weiterhin Durchfahrten ermöglichen – überzeugte viele Ausschussmitglieder allerdings nicht. Zudem standen Fragen zur Verkehrsführung und zu den Auswirkungen auf den Baumbestand im Raum.
Am Ende blieb nur eine Konsequenz: Die Planung wurde einstimmig vertagt. Die Verwaltung soll nun neue Varianten vorlegen.
Auch beim Thema Außengastronomie auf dem Marktplatz zeigte sich ein erstaunliches Kommunikationsdefizit. Die betroffenen Marktbetreiber hatten von den Plänen der Stadt zunächst gar nichts erfahren – und reagierten entsprechend verärgert. Ein Stand, der seit über 60 Jahren am gleichen Ort steht, könnte durch die neue Nutzung sogar verdrängt werden.
Für Dieter Holzhauer von der CDL-FDP-Fraktion ist das ein Beispiel für eine unnötig holprige Vorbereitung:
„Wenn Betroffene erst auf Umwegen von solchen Plänen erfahren, läuft etwas schief. Wer die Innenstadt stärken will, muss vorher mit denen sprechen, die sie seit Jahrzehnten beleben.“ Auch hier wurde die ursprüngliche Vorlage gestoppt. Nun sollen Verwaltung, Marktbetreiber und Wirtschaftsförderung zunächst eine gemeinsame Lösung erarbeiten.
Weniger strittig waren die übrigen Punkte: Die Erneuerung der Straßenbeleuchtung sowie das Programm für Straßen- und Wirtschaftswege wurden einstimmig beschlossen.
Unterm Strich bleibt nach fast vier Stunden Sitzung jedoch ein gemischtes Bild: Viele Themen auf dem Tisch – aber bei den entscheidenden Projekten fehlt es noch an überzeugender Vorbereitung. Oder, wie man es im Ausschuss am Ende trocken kommentierte: Chance vertan.