Lippstädter Museumsbündnis steht wieder – FDP mit im Boot

Stadtmuseum Lippstadt

Lange Zeit ging es nicht weiter in Sachen Stadtmuseum. Doch am 24. Februar könnte der Architekturwettbewerb für den Erweiterungsbau auf den Weg gebracht werden. Die – längst beschlossene – Sanierung des alten Museumsgebäudes wäre Teil der Ausschreibung. Bisher wurde nur das löchrige Dach des altehrwürdigen Palais Rose erneuert. Foto: Balzer

Lippstadt – Nach dem großen Knall schien das Tischtuch zerschnitten, doch jetzt haben sich die politischen Befürworter eines Museumsneubaus auf dem Lippstädter Marktplatz wieder zusammengerauft. 1450 Quadratmeter Nutzfläche soll die Erweiterung des Palais Rose haben, so steht es in einem gemeinsamen Änderungs- und Ergänzungsantrag von SPD, Bündnis 90/Die Grünen, FDP und Die Linke für die Ratssitzung am Montag, 24. Februar. Sollte das erneuerte Bündnis mit seinen Vorstellungen durchkommen, was angesichts der Mehrheitsverhältnisse ausgesprochen wahrscheinlich ist, könnte die Verwaltung den Architekturwettbewerb zur Museumserweiterung vermutlich auf den Weg bringen, ohne dass der Rat noch einmal gesondert über den Auslobungstext abstimmen müsste.

Stimmung tendierte ins Apokalyptische

Ende vergangenen Jahres hatte die Situation noch ganz anders ausgesehen. Der Rat hatte bereits am 24. Juni 2024 einen Architekturwettbewerb auf der Grundlage des Museumskonzepts von Dr. Christine Schönebeck beschlossen. Doch die Verabschiedung des konkreten Auslobungstextes scheiterte, weil die Liberalen unmittelbar vor der Sitzung am 9. Dezember das Bündnis aufkündigten und auf einer kleineren Variante als dem vom Konzept vorgesehenen 2000-Quadratmeterbau bestanden. 

Die Stimmung zwischen den bisher verbündeten Fraktionen tendierte seitdem ins Apokalyptische. Von „Verrat“ und „D-Day in Lippstadt“ war die Rede. Doch mit einem überarbeiteten Raumprogramm brachte Museumsleiterin Christine Schönebeck in der erstmals öffentlich tagenden Arbeitskreissitzung am 3. Februar eine deutlich verkleinerte Variante ins Spiel, die ein neues Zusammenfinden des Museumsbündnisses wieder in Blickweite rücken ließ. 

Darfs ein bisschen weniger sein?

Wegfallen sollen darin der Multifunktionsraum mit Puppenbühne, der unter anderem für Ausstellungseröffnungen und Vorträge genutzt worden wäre, und einer von zwei Räumen für semipermanente Ausstellungen. Statt bisher 2000 würden 1590 Quadratmeter gebraucht. Nicht ganz die Zwei-Drittel-Lösung, die der FDP vorschwebte, aber schon ein deutlicher Schritt in diese Richtung. Allerdings immer noch viel zu viel für die CDU, deren Stadtverbandsvorsitzender Markus Patzke das überarbeitete Raumprogramm als „reine Kosmetik“ abtat. Die Christdemokraten sind zwar vom reinen Funktionsanbau auf dem Marktplatz ab, wollen dort aber nichts von einer Größe über 600 Quadratmeter entstehen lassen. Der Bereich der Museumspädagogik könne dann in freien bzw. frei werdenden Räumen zum Beispiel im Rathaus, im Stadtpalais oder im Alten Brauhaus untergebracht werden.

Sparsamer Umgang mit dem Marktplatz

Die Beschlussvorlage der Verwaltung schlägt den Ratsmitgliedern deshalb zwei Varianten vor. Variante 1 sieht die Auslobung eines Realisierungswettbewerbes auf der Grundlage des reduzierten Raumprogramms vor. In der zweiten Variante würde der Rat die Beratungen zurück an den Arbeitskreis verweisen. Damit wäre der Wettbewerb vorerst gescheitert.

Mit ihrem gemeinsamen Antrag machen sich SPD, Grüne, FDP und Linke für die erste Variante stark, allerdings in einer leicht modifizierten Form. So soll die Fläche von 1590 noch mal auf 1450 Quadratmeter reduziert und eine möglichst behutsame Bebauung angemahnt werden. So soll im Auslobungstext stehen: „Die neu zu bebauende Fläche soll sparsam mit der Marktplatzfläche umgehen und eine riegelhafte Bebauung an der Marktstraße vermeiden.“ Eine „Riegelbebauung“ ist das, was die CDU und die BG unter allen Umständen vermeiden wollen. Ob diese Ergänzung im Auslobungstext allerdings ausreichen wird, um sie zu besänftigen, ist fraglich.

Preisgericht soll vor der Kommunalwahl tagen

Die Beschlussvorlage sieht vor, dass die Verwaltung bei einem Votum für Variante 1 den bereits bestehenden Auslobungstext an die reduzierte Gesamtfläche anpasst und den Wettbewerb auf dieser Basis durchführt. Ein weiterer Ratsbeschluss wäre dafür nicht nötig – und nach dem beigefügten Zeitplan auch nicht mehr möglich. Das Preisgericht könnte dann in der 36. oder 37. Kalenderwoche tagen – und damit unmittelbar vor der Kommunalwahl am 14. September. Ob das angesichts des neuerlichen, wenn auch äußerst moderaten Reduzierungswunsches noch zu halten ist, wird sich zeigen. Im Antrag steht deshalb vorsichtshalber: „Der Zeitplan ist neu abzustimmen.“

++++ Wo und wann ++++

Die Ratssitzung findet am Montag, 24. Februar, in der Mensa der Städtischen Gesamtschule, Ulmenstraße 31, statt. Der öffentliche Teil der Sitzung beginnt um 18 Uhr