Liberale möchten Generationen miteinander vernetzen

Eine „stärkere Sensibilisierung für das Thema Einsamkeit“, das wünscht sich MdL Henning Höne (38), Vorsitzender der FDP in NRW. Und so stand der dritte Liberale Seniorentag in Düsseldorf ganz im Zeichen derjenigen, die niemanden oder kaum jemanden haben, zum Reden, Austauschen, Freizeit gestalten.
Dabei ist das Gefühl, allein zu sein, nicht nur älteren Menschen bekannt. Auch 51 Prozent der jungen Leute leiden darunter (Bertelsmann Stiftung). „Das ist eines der größten sozialen Probleme im Land, vielleicht sogar das größte“, warnte Dr. Janosch Schobin (43), vom Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik (Frankfurt). Gemeinsam mit Elke Schilling (80, Silbernetz e.V.), Alexander Steffen (32), NRW-Chef der JuLis, und dem Bundesvorsitzenden der Liberalen Senioren, Detlef Parr (82), zeigten sie im Landtag Wege aus der Einsamkeit.
Zentrales Thema: Wie Jung und Alt gemeinsam vom Engagement profitieren können. Dann entstehen bestenfalls echte Win-win-Situationen, wie Elke Schilling an einem Beispiel verdeutlichte: „Ältere denken oft, sie können beim Thema Digitalisierung nicht mithalten. Sie sagen: Ich habe niemanden, der mir zeigt, wie’s geht.“ Dabei könnte vielleicht schon der Nachbarsjunge helfen. Wir müssen also Brücken bauen, um die Generationen miteinander wieder stärker zu verbinden.
Großartig wäre aber auch, wenn der Appell der in Hamburg ansässigen Körber-Stiftung Wellen schlägt: Engagiert euch, Boomer! Eine Studie der Stiftung aus dem vergangenen Jahr zeigt: 60 Prozent der heute 55 bis 65-Jährigen, also der so genannten Babyboomer-Generation, können sich für ihre Rentenzeit ein Engagement vorstellen.
Zwar sei in ländlichen Gebieten - wie hier bei uns in Lippstadt - die Bereitschaft, sich ehrenamtlich zu betätigen, ohnehin etwas höher. Dennoch freut sich Günter Münzberger (77, FDP Lippstadt, Mitglied des städtischen Seniorenbeirats): „Unterstützer und Unterstützerinnen werden immer gebraucht. Nur so funktioniert das Miteinander. Und nur so können wir der zunehmenden Vereinsamung entgegenwirken.“