Kurios: Was E-Scooter in Lippstadt dürfen – doch E-Rollstühle nicht
Manchmal geht es auch kurz: Der Umwelt-, Bau- und Mobilitätsausschuss (UBMa) war diesmal bereits um 18:50 Uhr Geschichte. Schlank, effizient – ganz im liberalen Sinne. Inhaltlich blieb es dennoch nicht ganz ohne Würze.
Schon in der Einwohnerfragestunde zeigte sich: Die Energiewende hängt in Lippstadt stellenweise noch an zu dünnen Kabeln. Wer eine Wallbox will, bekommt aktuell nicht immer grünes Licht – eine Antwort der Verwaltung? Fehlanzeige. Digitalisierung, Infrastruktur, Zukunft? Da ist noch Luft nach oben.
Wenig überraschend dann die Entscheidung zur Soeststraße: Parkbuchten bleiben schmal. SUVs müssen sich weiterhin schlank machen – oder eben draußen bleiben. Auch das ist am Ende eine Frage von Eigenverantwortung.
Beim Thema Radverkehr wurde es dann klassisch: viel Diskussion, bekannte Argumente, wenig Überraschung. Immerhin: Maßnahmen zur Entschärfung der Unfallstelle am Lippertor und rote Markierungen für mehr Sicherheit wurden einstimmig beschlossen. Ein Schritt nach vorn – wenn auch kein großer Sprung.
Kurios wurde es bei der Ortsbesichtigung: Während E-Scooter bald offiziell auf die Lange Straße dürfen, gilt für schnelle elektrische Rollstühle und E-Mobile aktuell noch ein faktisches „Tempo-6-Limit“. Wer schneller unterwegs ist, ist raus und muss sich einen Umweg suchen. Willkommen in der deutschen Regelungslogik. Hier wird Inklusion plötzlich zur Geschwindigkeitsfrage – das kann man sich wirklich nicht ausdenken.
„Wenn ein Rollstuhlfahrer zum Sicherheitsrisiko wird, nur weil er schneller als Schrittgeschwindigkeit unterwegs ist, dann haben wir irgendwo den Kompass verloren“, bringt es Dieter Holzhammer von der CDL/FDP-Fraktion auf den Punkt. „Wir brauchen Regeln mit Augenmaß – und nicht solche, die an der Lebensrealität vorbeigehen.“
Auch sonst zeigte sich: Pragmatismus schlägt große Visionen. Keine Gastronomie auf dem Marktplatz, weil man sich nicht einig wird. Trixi-Spiegel bringen nichts im fließenden Verkehr. Bänke fehlen. Und bei der Kanuanlage geht es immerhin langsam weiter – Baustart wohl im September.
Fazit: Kurz, knapp, stellenweise absurd – aber mit einzelnen sinnvollen Fortschritten. Genau das, was man von einem effizienten Ausschuss erwarten darf. Jetzt wäre nur noch gut, wenn die Umsetzung genauso schnell klappt wie die Sitzung vorbei war.