Klartext von der Straße: Wie gefährlich ist der Beruf des Streetworkers/ der Streetworkerin?
Foto v.l.: Maria Pöttker, Nicole Wiggers, Susi Schneider (MdL), Bettina Stakemeier, Angela von Wengersky, Alexandra Juppe, Vicky Chudalla-Kuhnert
Beim „Ladies Voice“-Treffen am Donnerstag, 25.06.2026 im BistroCafe Apotheke in Lippstadt wurde eines besonders deutlich: Streetwork ist eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe – aber auch eine Tätigkeit, die Risiken mit sich bringen kann.
Ist der Beruf einer StreetworkerIn sehr gefährlich?
Eine zentrale Frage die sich die rund 40 Ladies an dem Abend stellten, nachdem bekannt wurde, dass die ursprünglich eingeladene Streetworkerin Miriam Liedmeier wegen eines Übergriffs nicht persönlich erscheinen konnte.
Trotz der kurzfristigen Veränderung konnte die Veranstaltung wie geplant stattfinden. Als Vertretung berichtete Madita Kleine (23), die ein duales Studium der Sozialen Arbeit absolviert hat und selbst als Streetworkerin tätig ist, aus ihrem Berufsalltag. Unterstützt wurde sie von Nicole Wiggers (55), Geschäftsführerin von KIM – Soziale Arbeit e.V. aus Paderborn.
„ Ja es gibt auch schon mal brenzliche Situation, weshalb wir immer nur zu zweit oder zu dritt auf die Straßen gehen! Meistens spielen Drogen eine entscheidende Rolle! Das ist wirklich ein heißes Thema bei uns!“ so die Expertinnen.
Trotz sommerlicher Temperaturen entwickelte sich eine hitzige Diskussion, bei der die Teilnehmerinnen aufmerksam den Ausführungen folgten und zahlreiche Fragen stellten.
Die kurzfristige Absage von Miriam Liedmeier verdeutlichte, dass die Gefahren des Berufs keine theoretische Diskussion sind. Übergriffe, Bedrohungen und belastende Situationen gehören für viele Fachkräfte leider zur Realität. Gleichzeitig wurde aber auch betont, dass Streetwork unverzichtbar ist, um Menschen zu erreichen, die von klassischen Hilfsangeboten oft nicht mehr erreicht werden.
„Man Hört so viele berührende Geschichten von Menschen, die sonst im Alltag nicht gesehen werden!“ so Madita Kleine.
In ihren Ausführungen schilderten die beiden Paderbornerinnen eindrucksvoll die Herausforderungen ihrer täglichen Arbeit. „Oft braucht man erst den Smalltalk um danach Klartext mit den Klienten sprechen zu können!“ Streetworkerinnen und Streetworker begegnen Menschen in schwierigen Lebenssituationen, oftmals geprägt von Wohnungslosigkeit, Suchtproblemen, psychischen Erkrankungen oder sozialer Isolation.
Die Teilnehmerinnen nutzten die offene Gesprächsatmosphäre, um zahlreiche Fragen zu stellen und mit den Expertinnen über gesellschaftliche Verantwortung, Prävention, ihre eigenen Emotionen und die Situation hilfsbedürftiger Menschen vor Ort zu diskutieren.
Die Frauen aus Lippstadt, Erwitte und Umgebung zeigten sich dankbar für die offenen Einblicke und den ehrlichen Austausch. Der Abend machte deutlich, wie wichtig die Arbeit von Streetworkerinnen und Streetworkern für den gesellschaftlichen Zusammenhalt ist – und dass diese Menschen mehr Aufmerksamkeit, Anerkennung und Schutz verdienen. Auf die Frage was wir alle denn tun können, war Frau Madita Kleine ganz eindeutig „Wir sollten allen Menschen auf der Straße auf Augenhöhe begegnen und sie so sehen, wie wir uns sehen. Sie haben alle ein genauso schönes Leben verdient wie wir!“
„Ladies Voice“ bleibt damit auch weiterhin eine Plattform für starke Frauenstimmen, gesellschaftlich relevante Themen und einen respektvollen Austausch auf Augenhöhe.