FDP Lippstadt: Soziale Angebote stärken – Finanzen im Blick behalten
Mehr als drei Stunden tagte der Jugendhilfeausschuss am 2. September. Für die FDP/CDL-Fraktion standen dabei vor allem drei Punkte im Fokus: die Zukunft des Kesselhauses, die zunehmenden Herausforderungen in der Jugendhilfe und bessere Rahmenbedingungen für Familien.
Intensiv diskutiert wurden die Pläne für das Kesselhaus an der Hospitalstraße. Auf rund 1.100 Quadratmetern soll dort unter dem Leitgedanken „Begegnung – Beratung – Teilhabe“ ein neuer zentraler Anlaufpunkt entstehen. Auch das bisher an der Geiststraße angesiedelte Familienbüro sowie das ursprünglich an der Beckumer Straße vorgesehene Mehrgenerationenhaus sollen dort integriert werden.
Grundsätzlich sieht die FDP/CDL-Fraktion Chancen in der Bündelung von Angeboten und möglichen Synergieeffekten. Gleichzeitig muss angesichts der angespannten Haushaltslage genau gerechnet werden: Trotz einer möglichen Förderung von mehr als 60 Prozent könnte bei der Stadt ein Eigenanteil von rund 2,8 Millionen Euro verbleiben. Eine abschließende Entscheidung wurde daher noch nicht getroffen.
„Gute soziale Infrastruktur und solide Finanzen dürfen kein Gegensatz sein. Wenn wir Angebote bündeln und dadurch echte Synergien schaffen können, ist das eine Chance. Aber gerade bei Millioneninvestitionen müssen Nutzen, Folgekosten und Alternativen transparent auf den Tisch. Jeder Euro kann schließlich nur einmal ausgegeben werden“, betont Alexandra Thedick, FDP/CDL-Fraktion Lippstadt.
Handlungsbedarf zeigt sich auch in der Jugendhilfe. Zwar bleiben die Fallzahlen weitgehend stabil, gleichzeitig werden Betreuung und Kriseninterventionen deutlich intensiver. Die Belastung der Beschäftigten nimmt entsprechend zu. Positiv bewertet die Fraktion deshalb den stärkeren Fokus auf Prävention, Wirksamkeitskontrolle und Finanzcontrolling: Entscheidend sei nicht allein, wie viel Geld eingesetzt werde, sondern was damit tatsächlich erreicht werde.
Ein wichtiges Signal für Familien kommt zudem aus der geplanten KiBiz-Novelle ab 2027. Zusätzliche Betreuungsmodelle mit 30 und 40 Wochenstunden sollen Eltern künftig mehr Flexibilität ermöglichen. „Mehr Wahlmöglichkeiten und Angebote, die sich stärker am tatsächlichen Alltag der Familien orientieren, sind genau der richtige Weg“, so Thedick.
Auch die Unterstützung der Gruppe „Starke Kids“ für Kinder psychisch erkrankter Eltern wurde mit 4.005 Euro einstimmig beschlossen.
Für die FDP/CDL bleibt die Richtung klar: zielgerichtet helfen, Familien mehr Wahlfreiheit ermöglichen und gleichzeitig verantwortungsvoll mit dem Geld der Bürgerinnen und Bürger umgehen.