60.000 Quadratmeter Freiheit – Warum das Uniongelände mehr kann als nur Gewerbe
Eine Kaffee- oder Weinbar auf dem überdachten Wochenmarkt? Ja gerne (Bild: KI)
60.000 Quadratmeter Fläche. 60.000 Möglichkeiten – und endlich Bewegung auf dem Uniongelände. Beim Kick-Off-Workshop auf Einladung von Bürgermeister Alexander Tschense wurde klar: Hier geht es nicht um kleinteilige Planung, sondern um die große Frage, wie viel Mut sich Lippstadt zutraut. Unterstützt von der Wiener Ideenwerkstatt „nonconform“ diskutierten die Teilnehmenden erste Richtungen, Chancen und Risiken.
Für die FDP/CDL-Fraktion ist die Antwort längst klar: Das Uniongelände soll mehr können als Lagerhalle und Logistik. „Tagsüber Feuerwehr, Rettungsdienst, Co-Working und Handel – abends Kultur, Gastronomie und vielleicht auch wieder ein echtes Nachtleben“, so die liberale Vision schon von Anfang an. Ein Ort, der arbeitet, lebt und verbindet.
Dass die Stadtverwaltung nun prüft, den Wochenmarkt zur Herbstwoche in eine der bestehenden Hallen zu verlegen, geht genau in diese Richtung. Für die FDP ist das mehr als ein Testlauf – es ist ein Vorgeschmack. „Mit ein paar Getränkeständen wird daraus ein echter Treffpunkt. Samstags-Shopping als Erlebnis“, sagt Fraktionschef Jürg Haseloff. Andere Städte zeigen längst, wie es geht: Beim „Marktfrühstück“ in Mainz trifft Riesling auf Radieschen – und Menschen aufeinander.
Der Clou für Lippstadt: Das Ganze wäre überdacht und damit wetterfest. Ein Markt, der so vielleicht dauerhaft bleiben könnte.
Doch das Uniongelände kann noch mehr: Raum für Kultur, Gewerbe und Veranstaltungen. Einige der alten Industriehallen könnten erhalten bleiben – vorausgesetzt, Sicherheitsfragen und Altlasten werden geklärt. Klar ist: Hier entsteht kein steriles Neubaugebiet, sondern ein Stück Stadt mit Charakter.
Oder zumindest könnte es das werden. Denn während viele den Aufbruch wollen, halten andere am Gestern fest: reines Industriegebiet, wie es immer war. Die Frage ist nur: Reicht das noch für die Stadt von morgen?
Die FDP/CDL sagt: Nein. Wer 60.000 Quadratmeter hat, sollte nicht klein denken.
Großes Potenzial: Einige der Gebäude, bzw. alten Industriehallen, sollen stehen bleiben